Monika Maron – “Zwei Brüder”

Karl-Heinz am 18. November 2010 11:42

Ich zitiere einmal zwei Textstellen aus dem neuen Buch von Monika Maron “Zwei Brüder”:

“Auf unbegreifliche Weise ahmten sie ihr Peiniger nach, bis in die Fackelzüge und Uniformen.”

“Warum sie hinnahmen, was auch in ihrem Namen geschah, warum sie mittaten in einer Wirklichkeit, die mit ihrem Ideal nur den Namen gemeinsam hatte, erscheint mir, je länger ich darüber nachdenke, als eine Frage nach der menschlichen Natur schlechthin und somit als unbeantwortbar.”

“Wo immer ich höre, dass einer weiß, was der anderen Menschen Glück ist; wo immer ich lese, dass jemand im Namen einer Idee über Millionen Menschen verfügt, und sei es nur in Gedanken; wo immer ich sehe, dass einer alten Ideologie frische Schminke aufgelegt wird, um ihren Tod zu maskieren, packt mich das Entsetzen. Und eine jahrzehntealte Wut.”

Denglisch oder Rutsch?

Karl-Heinz am 9. November 2010 11:30

Gefunden im Haus der deutschen Sprache:

RUTSCH?

Alle reden von, klagen über “Denglisch“ und versuchen, ihm vernünftige Grenzen zu setzen. Doch was ist mit “Rutsch“?

Wäre etwas dran an der Legende, dass die westdeutsche “D“englisch-Manie auf den Druck der anglophonen Weltkriegssieger zurückgeht, dann müsste es logischerweise in der ehemaligen DDR jede Menge “Rutsch“ gegeben haben, in den östlichen Bundesländern noch heute geben: Russisches Deutsch?

Das gab es aber nur in erstaunlich begrenztem Maße, und auch davon hat nur wenig das Ende der sowjetischen Präsenz zwischen Elbe und Oder überlebt.

Freunde des HDS in Halle an der Saale haben netterweise ihr Gedächtnis gemartert, doch nur wenig zusammentragen können. Wissen junge “Ossis“ noch, was einst alle wussten: “dawai“ bedeutet “schnell, vorwärts!“. Bleiben sie stehen, wenn jemand “stoi“ ruft? Eher nicht. Das (heute) alte Mütterchen erinnert sich vielleicht, dass man ihresgleichen einst zärtlich “Bábuschka“ genannt und es selbst als Kind die hölzernen Püppchen der bunten “Matróschka“ auseinandergenommen und wieder ineinander gesteckt hat.

Am ehesten hat die Jugend der neuen Bundesländer vielleicht von ihren Eltern noch “Mir“ als “Frieden“ im Ohr oder den “Subotnik“ als “Freiwilligen(!)“ beim gemeinnützigen Arbeitseinsatz am Wochenende (суббота = Samstag). Vielleicht versteht der Kellner noch “sto gramm“, wenn jemand ein Hundertgramm-Schlückchen Wodka bestellt?

Die “Datsche“, der “Apparatschik“, auch das “Schaschlik“ waren lange vor dem Abzug des sowjetischen Militärs auch in Westdeutschland angekommen. Den “Samowar“ kennt ganz Europa schon lang aus der russischen Literatur. Im Westen findet jetzt allmählich auch “Soljanka“, die würzige Fleischsuppe, Freunde und Platz auf der Speisekarte. Derweil stellen sich die russischen “Pelméni“ in deutschsprachigen Gebieten der internationalen Konkurrenz der Ravioli, Maultaschen, Mandu und Piroggen.

Nationalstolz

Karl-Heinz am 15. August 2010 16:41

Mancher ist stolz darauf, ein Deutscher zu sein. Beim Nationalstolz belegen laut einer aktuellen Studie die europäischen Staaten die letztenPlätze, Westdeutschland ist auf dem sechstletzten Rang, Ostdeutschland auf dem allerletzten. Ist das nun ein gutes Zeichen?

60 Jahre DDR

Enrico am 26. Mai 2010 17:34

Was wäre wenn… Aus dem ZDF Morgenmagazin vom 07. Oktober 2009.

Die aktuelle Kamera berichtet über Angela Merkel, Robotron, das “PionierVZ” (sww.pioniervz.ddr), den Karl-Marx-Orden und den baldigen EU-Beitritt.

Volk der Dichter und Denker

Enrico am 25. April 2010 13:52

Ein sehr erfrischender Beitrag über die Wahl zur Miss Ostdeutschland 2004. Es werden einige simple Geografie-Fragen gestellt, die zur allgemeinen Belustigung etwas merkwürdig beantwortet werden. Dies ist aber ein generelles Problem, denn:

Warum können Frauen nicht gleichzeitig schön und intelligent sein? Dann wären es ja Männer!

Die Grenze

Karl-Heinz am 22. März 2010 11:55

Normalerweise sind die privaten TV-Sender nicht in der Senderliste unseres TV gespeichert – die Lebenszeit für derartige Produktionen ist schlicht zu schade. Doch den Film “Die Grenze” auf SAT1 wollte meine Frau gerne sehen.

Mein Urteil über die Privatsender hat sich danach um keinen Deut geändert. Im Gegenteil, das war peinlich, plakativ und paranoid.

Was ist Deine Meinung, falls Du den Film über das “freie und sozialistische Mecklenburg-Vorpommern” gesehen hast?

Rhetorik für Fortgeschrittene

Enrico am 18. März 2010 18:29

Lieber Karl-Heinz,

haben die beiden schon eines deiner berühmten Rhetorikseminare besuchen dürfen oder funktioniert Politik bei euch immer so effizient parallel? Gefunden bei Youtube.

Doch, doch, doch, doch!

Enrico am 13. März 2010 10:54

Meiner Meinung nach einer der aktuell witzigsten Werbespots, wer ihn noch nicht kennt, bitteschön.