Monika Maron – “Zwei Brüder”

Karl-Heinz am 18. November 2010 11:42

Ich zitiere einmal zwei Textstellen aus dem neuen Buch von Monika Maron “Zwei Brüder”:

“Auf unbegreifliche Weise ahmten sie ihr Peiniger nach, bis in die Fackelzüge und Uniformen.”

“Warum sie hinnahmen, was auch in ihrem Namen geschah, warum sie mittaten in einer Wirklichkeit, die mit ihrem Ideal nur den Namen gemeinsam hatte, erscheint mir, je länger ich darüber nachdenke, als eine Frage nach der menschlichen Natur schlechthin und somit als unbeantwortbar.”

“Wo immer ich höre, dass einer weiß, was der anderen Menschen Glück ist; wo immer ich lese, dass jemand im Namen einer Idee über Millionen Menschen verfügt, und sei es nur in Gedanken; wo immer ich sehe, dass einer alten Ideologie frische Schminke aufgelegt wird, um ihren Tod zu maskieren, packt mich das Entsetzen. Und eine jahrzehntealte Wut.”